4. Brief vom März 2010

Wahlen

Liebe Mürzer und Inninen!
Ich stelle fest: Wahlkampf ist was Komisches. Alle, wo man weiß, man mag sie nicht und vice-versa ebenso, auf einmal alle freundlich sind, von Plakaten zuckergoscherln sie wie Muttertagsgratulanten, Geschenke werden ausverteilt, Klumpert alles sowieso, Getränkestandl, Luftballons und Feuerzeug.

Jeder will der Gute sein und Jederer der Guteste.
Herta Freundlich findet das so nicht OK, steckt in einer ehrlich topfenblassen Häutehaut mit Pickel, Warzen, Schrunden und auch Schweißgeruch- die will sie nicht nach Verbergistan
verfrachten.
Der Wähler als solcher ist ja generell normalerweise ein ganz Blöder nicht.
Darum, als Alternative zu dem Zuckerwattenagitationgegrinse, stelle ich mich schon jetzt selbst für die übernächsten gemeinen Ratswahlen als Ego-Liste auf: „Liste erster parteifreier bekennender Ungustln“.
Meine Vorschläge für Slogans und Kampagne: „Ich verspreche nichts und halte es auch!“, „Alle Macht dem Volk – denn das Volk bin ich! (Aber ganz alleine!)“ sowie „Geht’s scheißen!“* (weil eine gesunde Verdauung mit regelmäßigem Stuhlgang ist ja bekannterweise geradezu
ein Gesundheitsbrunn und obige Aufforderung somit ein Wunsch, ein äußerst frommer.).
Da nun aber bis dorthin wieder ein paar Jahre über die Mürzmetropole dahinstreicheln werden, gebe ich, nutzuneigen wie ich bin, meine Wahlempfehlung ab hiermit für den Herrn Franz, nicht nur, damit ich weiter hier noch schreiben darf, sondern weil er nicht versucht, sich schöner
zu machen, als er sowieso nicht ist.
Außerdem zollt Herta Freundlich der tatsächlich gelebten sozialen Hilfe großen Respekt.
Wer dennoch anders wählt, und dies mit reiner Leber tut, dem sei hier von mir trotzdem ein freundlich Prost gesprochen! Vorerst: denn 2015 wird nur noch Herta
angekreuzt! Andernfalls: siehe *
Der Text versteht sich als Satire und will als solche auch verstanden werden. Wer
persönlich sich beleidigt fühlt, der interpretiert wohl falsch und ist entschuldigt!

30. Juni 2010