Erich Zwirner - Ein schreibender Arbeiter

Erich Zwirner

Ein schreibender Arbeiter

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Erich Zwirner

Erich Zwirner und seine Zeit

Zur Erinnerung an den Hönigsberger Arbeiterschriftsteller. Ein Beitrag von Werner Lang

Über seine Person lassen wir Erich Zwirner selber sprechen. Ich zitiere aus der Diplomarbeit von Barbara Magg aus dem Jahr 1991: „Über meine Person, (Erich Zwirner, die Red.) was gibt es da eigentlich viel zu reden? Aus einer Arbeiterfamilie, bin 1928 geboren, wir waren 5 Kinder, einen davon hab ich erst kennengelernt, als er 50 Jahre alt war. Der ist schon als kleiner Bub fortgegeben worden, durch die soziale Not damals; Arbeitslosigkeit, der Vater war ausgesteuert, ein paar kleine Erinnerungen vom 34er Jahr sind noch da, was halt so als Sechsjähriger bleibt, dann natürlich die Nazizeit, wie du so als Bub von 10 Jahren dazukommst, dann war die Hitlerjugend, dann, mit 16 ½ eingerückt, 3 Jahre jugoslawische Gefangenschaft – und dann bist du heimgekommen, angefressen von allem, 14 Tage daheimgewesen und gleich bei der VEW als Hilfsarbeiter angefangen. Ich hab ja Schlosser gelernt, nach der Schule, bin aber dann als Hilfsarbeiter wieder eingetreten … Du kriegst viel am Deckel, weil du immer den Mund aufmachst“ (Magg, 1991, S. 75 f.).

Wo liegt der Sinn...

„Momentan hab ich halt so eine Zeit, daß ich mich frag `Wo liegt der Sinn in all dem?` Nicht im Schreiben allein, du bleibst ja nicht beim Schreiben allein, das geht ja weiter, sondern überhaupt in deinem Leben“ (Magg, 1991, S. 76).
Nach der Arbeit Erich Zwirner: „Es geht beim Schreiben um Aufarbeitung von einer gewissen Zeit, einer gewissen Einstellung, darum, dein eigenes Leben zu überprüfen, Ausschnitte von dem Leben oder von dem eines Kollegen, den du gekannt hast, den du einbeziehst, stellvertretend für anderes auch, sein Leben erzählst oder einen Teil seines Lebens. Daß du halt zeigen willst `Es ist halt doch nicht alles so schön. Es steht nicht immer ein Christbaum da`“ (Magg, 1991, S. 71).

Werksarbeiter wie er

Er ging beim Schreiben vom Individuum aus, das in Beziehung zu anderen Individuen und in Beziehung mit der politischen und gewerkschaftlichen Macht dieser Region stand, und stellte so deren Hierarchien, unter die sich der Einzelne unterzuordnen hatte, bloß. Er beschrieb nicht nur die Industriearbeit, in der der Arbeiter ein Teil des Produktionsprozesses war, sondern auch wie man sich unter einen kleinen Teil von Menschen, der sich die politische Macht in dieser Region durch die Betriebe angeeignet hatte, unterzuordnen hatte, und dazu von diesen noch sagen lassen musste, was sie nicht alles für sie taten. So wurde er, immer mehr bewusst, von dieser führenden Schicht und auch von seinen Arbeitskollegen, geschnitten und ausgegrenzt. Ich war wie er Werksarbeiter und Hönigsberger. Ich wurde aber nicht durch die herrschenden politischen Machtverhältnisse isoliert wie er, sondern man wollte mich aus politischen Gründen von Hönigsberg nach Kapfenberg versetzten. Nach dieser politischen Auseinandersetzung, musste ich, um wieder Arbeit zu finden, diese Region verlassen. Nach dem Tod meiner Eltern und meines Bruders, die auch bei „VEW“ Mürzzuschlag-Hönigsberg beschäftigt waren, blieb mir, durch die Werkstatthefte vom steirischen Werkkreis Literatur der Arbeitswelt, ein Kontakt zu meiner Heimat. Durch Erich Zwirners Beiträge darin konnte ich mich wieder den Arbeitern bei „VEW“-Hönigsberg annähern. Ich verstand, dass sie nicht anders sein konnten, als eben nur so wie es die herrschenden sozialen Beziehungen in dieser Region zuließen. Die Verhältnisse im Stahlwerk und in der Stadt Mürzzuschlag mit dem Vorort Hönigsberg, erlebte ich nicht so, wie sie von der führenden politischen Schicht in ihren Wahlprogrammen dargestellt wurden, sondern so wie sie Erwin Zwirner in seinen Erzählungen beschrieb. Man erinnere sich nur an die Wahlphrase: „Hand aufs Herz, es ging uns noch nie so gut wie heute“.
Von Faulen und Unzufriedenen
In einer Erzählung von Erich Zwirner dagegen ist nachzulesen: „… Auch manche Politiker und Betriebsräte werden beschimpft. Am meisten der Zentralbetriebsrat. Er soll nämlich den Spruch von den Faulen und Unzufriedenen, die den Ernst der Lage nun hoffentlich begriffen hätten, in Umlauf gesetzt haben …“ (Zwirner, 1992, S.111 f.). Dazu gehört auch, dass die Verstaatlichte Industrie als Bedienungsladen für privilegierte und privatkapitalistische Schichten angesehen wurde. Zum Beispiel, indem Halbfertigprodukte unter dem Weltmarktpreisen verkauft wurden (Scherb, S. 155). Nur dass es auch in diesen Betrieben Arbeiter waren, die diese „Zusatzbelastungen“ erarbeiten mussten. Dafür brauchen wir nur ein paar Zahlen vom Zeitraum 1970 bis 1982 anschauen: Die Verstaatlichte Industrie hatte in dieser Zeit 95,7 Milliarden Schilling investiert, 112 Milliarden an Steuern gezahlt und rund 4 Milliarden an Dividenden ausgeschüttet (Tieber/Spitzer, 1983, S. 19 f., S. 91).
Italienurlaub
Und für „privilegierte Schichten“ steht der Name Alois Rechberger, der in seiner Zeit als steirischer AK-Präsident wegen Missbrauch von Kammergeldern im Jahr 1990 zu vier Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe von 240.000 Schilling verurteilt wurde, stellvertretend für alle anderen in dieser Region. Auch, dass Betriebsräte bei VEW Mürzzuschlag-Hönigsberg auf den Gedanken kamen, gemeinsam nach Italien in den Urlaub zu fahren, um das restliche Geld in der Betriebsratskasse aufzubrauchen, sagt alles. Aber diese Schichten meinte der damalige Betriebsratsobmann von VEW Mürzzuschlag-Hönigsberg nicht, als er den Spruch von den „Faulen und Unzufriedenen“ in Umlauf brachte, sondern die Arbeiter.
Arbeitskraft und Kaufkraft
Auch kann man aus den Erzählungen von Erich Zwirner die soziale Stellung der Arbeiter in der Gesellschaft ganz klar herauslesen – Arbeitskraft und Kaufkraft zu sein und nicht mehr.
Erich Zwirner: „Verändert hat es mich in dem Sinne, (das Schreiben, die Red.) daß ich mich heute leichter den Mund aufmachen getraue … Ich war ja schon immer ein Spinner, mir haben sie drei Mal gesagt: `Vor dem Tor darfst du reden.` Dort, wo ich natürlich etwas gesagt habe, da haben sie mir eh gedroht“ (Magg, 1991, S. 102).
Literarisch gehört Erich Zwirner zu den kritischen und realistischen Schriftstellern, wie Max von der Grün oder Alfred Hirschenberger. Denn, was Max von der Grün und Günter Wallraff für den Deutschen Werkkreis für die Literatur der Arbeitswelt waren und sind, das waren und sind Erich Zwirner und Alfred Hirschenberger für den Österreichischen Werkkreis Literatur der Arbeitswelt. Sie stellen, auf ihre Weise, realistisch und aus der Sicht der Arbeiter die herrschenden sozialen Beziehungen dar.
Tod in der Nacht
Erich Zwirner schreibt in der Erzählung „Tod in der Nacht“, die von einem Arbeitsunfall in einem Stahlwert handelt: „… Denn da ist „Einer“, der seinen Schatten drohend über alles wirft und wartet, denn heute Nacht will „Er“ sich sein Opfer holen, aber niemand weiß, wem es gilt. Der Moloch ist die Fabrik, der den Schatten wirft, der Tod. Sein Brüllen ist der Lärm, der durch das Hochfahren der Antriebsaggregate entstehen. Das Zittern und Beben der Erde wird durch die Walzgerüste ausgelöst, wo bis zu 1000 kg schwere Blöcke bei einer Temperatur bis 1200 Grad auf diesen Gerüsten zu Blechen, Bramen und Stabstählen verarbeitet werden …“ (Brenner, 1993, S. 327).
Als Mitglied der steirischen Werkstatt „Literatur der Arbeitswelt“ führte Erich Zwirner seit 1978 zahlreiche Lesungen durch. 1978 erhielt er den Literaturpreis der Arbeiterkammer Steiermark, 1983 den Peter Rosegger-Preis der Stadt Mürzzuschlag, 1986 den 2. Preis beim Paula Grogger- Erzählwettbewerb und 1991 den Theodor Körner-Preis für Wissenschaft und Kunst verliehen.
Literaturverzeichnis:
Brenner Helmut; „Kultur aus dem Werk und über das Werk 1862-1990“; in: „Im Schatten des Phönix“; Brenner Helmut, Nagele Wolfgang, Pühringer Andrea; Herbert Weishaupt Verlag, 1993; S.327.
Magg Barbara: „ Schreiben“, „Lernen“ „Schritte setzen“; Schreiben als eine Form der Identitätsfindung, des Lernens im außerinstitutionellen Bereich der Erwachsenenbildung; Diplomarbeit, Fakultät der Karl-Franzens- Universität am Institut für Erziehungswissenschaften; Graz, im Mai 1991.
Scherb Margit: „SPÖ“ und die Verstaatlichte“, in: „Stahl und Eisen bricht“, Margit Scherb/Inge Morawetz (Hrsg.), Verlag für Gesellschaftskritik Ges.m.b.H. Wien, Band 28, ohne Jahresangabe, S. 155)
Tieber Herbert, Spitzer Rudolf: „Verstaatlichte Industrie. Was gesagt und was verschwiegen wird“. Eine kommentierte Dokumentation, Schriftenreihe der Gemeinwirtschaft, Wien-München, 1983.
Zwirner Erich: „Als der Nebel sich hob“, in: „Im Schatten der Zeit“, Erzählungen; merbod-Verlag, Wiener Neustadt, 1992.
http://www.oe24.at/politiuk/Ex-ak-Praesident-Rechberger-gestorben/577499

Über seine Person lassen wir Erich Zwirner selber sprechen. Ich zitiere aus der Diplomarbeit von Barbara Magg aus dem Jahr 1991: „Über meine Person, (Erich Zwirner, die Red.) was gibt es da eigentlich viel zu reden? Aus einer Arbeiterfamilie, bin 1928 geboren, wir waren 5 Kinder, einen davon hab ich erst kennengelernt, als er 50 Jahre alt war. Der ist schon als kleiner Bub fortgegeben worden, durch die soziale Not damals; Arbeitslosigkeit, der Vater war ausgesteuert, ein paar kleine Erinnerungen vom 34er Jahr sind noch da, was halt so als Sechsjähriger bleibt, dann natürlich die Nazizeit, wie du so als Bub von 10 Jahren dazukommst, dann war die Hitlerjugend, dann, mit 16 ½ eingerückt, 3 Jahre jugoslawische Gefangenschaft – und dann bist du heimgekommen, angefressen von allem, 14 Tage daheimgewesen und gleich bei der VEW als Hilfsarbeiter angefangen. Ich hab ja Schlosser gelernt, nach der Schule, bin aber dann als Hilfsarbeiter wieder eingetreten … Du kriegst viel am Deckel, weil du immer den Mund aufmachst“ (Magg, 1991, S. 75 f.).

Wo liegt der Sinn...

Wo liegt der Sinn...

Wo liegt der Sinn...

Wo liegt der Sinn...

Wo liegt der Sinn...
Wo liegt der Sinn...

„Momentan hab ich halt so eine Zeit, daß ich mich frag `Wo liegt der Sinn in all dem?` Nicht im Schreiben allein, du bleibst ja nicht beim Schreiben allein, das geht ja weiter, sondern überhaupt in deinem Leben“ (Magg, 1991, S. 76).
Nach der Arbeit Erich Zwirner: „Es geht beim Schreiben um Aufarbeitung von einer gewissen Zeit, einer gewissen Einstellung, darum, dein eigenes Leben zu überprüfen, Ausschnitte von dem Leben oder von dem eines Kollegen, den du gekannt hast, den du einbeziehst, stellvertretend für anderes auch, sein Leben erzählst oder einen Teil seines Lebens. Daß du halt zeigen willst `Es ist halt doch nicht alles so schön. Es steht nicht immer ein Christbaum da`“ (Magg, 1991, S. 71).

Werksarbeiter wie er

Er ging beim Schreiben vom Individuum aus, das in Beziehung zu anderen Individuen und in Beziehung mit der politischen und gewerkschaftlichen Macht dieser Region stand, und stellte so deren Hierarchien, unter die sich der Einzelne unterzuordnen hatte, bloß. Er beschrieb nicht nur die Industriearbeit, in der der Arbeiter ein Teil des Produktionsprozesses war, sondern auch wie man sich unter einen kleinen Teil von Menschen, der sich die politische Macht in dieser Region durch die Betriebe angeeignet hatte, unterzuordnen hatte, und dazu von diesen noch sagen lassen musste, was sie nicht alles für sie taten. So wurde er, immer mehr bewusst, von dieser führenden Schicht und auch von seinen Arbeitskollegen, geschnitten und ausgegrenzt. Ich war wie er Werksarbeiter und Hönigsberger. Ich wurde aber nicht durch die herrschenden politischen Machtverhältnisse isoliert wie er, sondern man wollte mich aus politischen Gründen von Hönigsberg nach Kapfenberg versetzten. Nach dieser politischen Auseinandersetzung, musste ich, um wieder Arbeit zu finden, diese Region verlassen. Nach dem Tod meiner Eltern und meines Bruders, die auch bei „VEW“ Mürzzuschlag-Hönigsberg beschäftigt waren, blieb mir, durch die Werkstatthefte vom steirischen Werkkreis Literatur der Arbeitswelt, ein Kontakt zu meiner Heimat. Durch Erich Zwirners Beiträge darin konnte ich mich wieder den Arbeitern bei „VEW“-Hönigsberg annähern. Ich verstand, dass sie nicht anders sein konnten, als eben nur so wie es die herrschenden sozialen Beziehungen in dieser Region zuließen. Die Verhältnisse im Stahlwerk und in der Stadt Mürzzuschlag mit dem Vorort Hönigsberg, erlebte ich nicht so, wie sie von der führenden politischen Schicht in ihren Wahlprogrammen dargestellt wurden, sondern so wie sie Erwin Zwirner in seinen Erzählungen beschrieb. Man erinnere sich nur an die Wahlphrase: „Hand aufs Herz, es ging uns noch nie so gut wie heute“.

Von Faulen und Unzufriedenen

In einer Erzählung von Erich Zwirner dagegen ist nachzulesen: „… Auch manche Politiker und Betriebsräte werden beschimpft. Am meisten der Zentralbetriebsrat. Er soll nämlich den Spruch von den Faulen und Unzufriedenen, die den Ernst der Lage nun hoffentlich begriffen hätten, in Umlauf gesetzt haben …“ (Zwirner, 1992, S.111 f.). Dazu gehört auch, dass die Verstaatlichte Industrie als Bedienungsladen für privilegierte und privatkapitalistische Schichten angesehen wurde. Zum Beispiel, indem Halbfertigprodukte unter dem Weltmarktpreisen verkauft wurden (Scherb, S. 155). Nur dass es auch in diesen Betrieben Arbeiter waren, die diese „Zusatzbelastungen“ erarbeiten mussten. Dafür brauchen wir nur ein paar Zahlen vom Zeitraum 1970 bis 1982 anschauen: Die Verstaatlichte Industrie hatte in dieser Zeit 95,7 Milliarden Schilling investiert, 112 Milliarden an Steuern gezahlt und rund 4 Milliarden an Dividenden ausgeschüttet (Tieber/Spitzer, 1983, S. 19 f., S. 91).
Italienurlaub
Und für „privilegierte Schichten“ steht der Name Alois Rechberger, der in seiner Zeit als steirischer AK-Präsident wegen Missbrauch von Kammergeldern im Jahr 1990 zu vier Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe von 240.000 Schilling verurteilt wurde, stellvertretend für alle anderen in dieser Region. Auch, dass Betriebsräte bei VEW Mürzzuschlag-Hönigsberg auf den Gedanken kamen, gemeinsam nach Italien in den Urlaub zu fahren, um das restliche Geld in der Betriebsratskasse aufzubrauchen, sagt alles. Aber diese Schichten meinte der damalige Betriebsratsobmann von VEW Mürzzuschlag-Hönigsberg nicht, als er den Spruch von den „Faulen und Unzufriedenen“ in Umlauf brachte, sondern die Arbeiter.
Arbeitskraft und Kaufkraft
Auch kann man aus den Erzählungen von Erich Zwirner die soziale Stellung der Arbeiter in der Gesellschaft ganz klar herauslesen – Arbeitskraft und Kaufkraft zu sein und nicht mehr.
Erich Zwirner: „Verändert hat es mich in dem Sinne, (das Schreiben, die Red.) daß ich mich heute leichter den Mund aufmachen getraue … Ich war ja schon immer ein Spinner, mir haben sie drei Mal gesagt: `Vor dem Tor darfst du reden.` Dort, wo ich natürlich etwas gesagt habe, da haben sie mir eh gedroht“ (Magg, 1991, S. 102).
Literarisch gehört Erich Zwirner zu den kritischen und realistischen Schriftstellern, wie Max von der Grün oder Alfred Hirschenberger. Denn, was Max von der Grün und Günter Wallraff für den Deutschen Werkkreis für die Literatur der Arbeitswelt waren und sind, das waren und sind Erich Zwirner und Alfred Hirschenberger für den Österreichischen Werkkreis Literatur der Arbeitswelt. Sie stellen, auf ihre Weise, realistisch und aus der Sicht der Arbeiter die herrschenden sozialen Beziehungen dar.
Tod in der Nacht
Erich Zwirner schreibt in der Erzählung „Tod in der Nacht“, die von einem Arbeitsunfall in einem Stahlwert handelt: „… Denn da ist „Einer“, der seinen Schatten drohend über alles wirft und wartet, denn heute Nacht will „Er“ sich sein Opfer holen, aber niemand weiß, wem es gilt. Der Moloch ist die Fabrik, der den Schatten wirft, der Tod. Sein Brüllen ist der Lärm, der durch das Hochfahren der Antriebsaggregate entstehen. Das Zittern und Beben der Erde wird durch die Walzgerüste ausgelöst, wo bis zu 1000 kg schwere Blöcke bei einer Temperatur bis 1200 Grad auf diesen Gerüsten zu Blechen, Bramen und Stabstählen verarbeitet werden …“ (Brenner, 1993, S. 327).
Als Mitglied der steirischen Werkstatt „Literatur der Arbeitswelt“ führte Erich Zwirner seit 1978 zahlreiche Lesungen durch. 1978 erhielt er den Literaturpreis der Arbeiterkammer Steiermark, 1983 den Peter Rosegger-Preis der Stadt Mürzzuschlag, 1986 den 2. Preis beim Paula Grogger- Erzählwettbewerb und 1991 den Theodor Körner-Preis für Wissenschaft und Kunst verliehen.
Literaturverzeichnis:
Brenner Helmut; „Kultur aus dem Werk und über das Werk 1862-1990“; in: „Im Schatten des Phönix“; Brenner Helmut, Nagele Wolfgang, Pühringer Andrea; Herbert Weishaupt Verlag, 1993; S.327.
Magg Barbara: „ Schreiben“, „Lernen“ „Schritte setzen“; Schreiben als eine Form der Identitätsfindung, des Lernens im außerinstitutionellen Bereich der Erwachsenenbildung; Diplomarbeit, Fakultät der Karl-Franzens- Universität am Institut für Erziehungswissenschaften; Graz, im Mai 1991.
Scherb Margit: „SPÖ“ und die Verstaatlichte“, in: „Stahl und Eisen bricht“, Margit Scherb/Inge Morawetz (Hrsg.), Verlag für Gesellschaftskritik Ges.m.b.H. Wien, Band 28, ohne Jahresangabe, S. 155)
Tieber Herbert, Spitzer Rudolf: „Verstaatlichte Industrie. Was gesagt und was verschwiegen wird“. Eine kommentierte Dokumentation, Schriftenreihe der Gemeinwirtschaft, Wien-München, 1983.
Zwirner Erich: „Als der Nebel sich hob“, in: „Im Schatten der Zeit“, Erzählungen; merbod-Verlag, Wiener Neustadt, 1992.
http://www.oe24.at/politiuk/Ex-ak-Praesident-Rechberger-gestorben/577499

18. April 2013