Ein Mürzzuschlager gestorben für die Freiheit Österreichs

Franz Riegler - Ein Mürzzuschlager gestorben für die Freiheit Österreichs

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Der am 24. September 1915 geborene Schuhmacher Franz Riegler gehörte von früher Kindheit an, den verschiedenen Vereinen der Arbeiterbewegung an (Freie Schule- Kinderfreunde, Sozialistische Arbeiterjugend) an. Nach dem Februar 34 tritt er zum Kommunistischen Jugendverband KJV über, in dessen Rahmen er aktiv und 1935 deshalb auch wegen Hochverrat zu einem Jahr Kerker verurteilt wird. Unmittelbar nach dem "Anschluss" 1938 kommt aus Wien die Aufforderung, den KJV in Mürzzuschlag wieder aktiv werden zu lassen. Bereits im Herbst 1938 kommt es zu den ersten Verhaftungen, weshalb die Gruppe um Riegler und Johann Freidorfer auch beginnt, für die Angehörigen der Verhafteten zu sammeln. Am 27. Juni 1939 wird Franz Riegler verhaftet und am 29. November 1940 zu zwei Jahren und vier Monaten Zuchthaus verurteilt. Er wird jedoch nicht nach Ende der Strafzeit freigelassen, sondern kommt ins KZ Auschwitz, wo er am 7. September 1942 vergast wird.

Die Wehrsportgruppe Mürzzuschlag

Die "Wehrturner" Mürzzuschlag waren die fortschrittlichsten Kräfte innerhalb des Republikanischen Schutzbundes. Nach dem Versagen der Sozialdemokratischen Parteiführung Februar 1934 schloß sich der größte Teil von ihnen, so auch Franz Riegler, der illegalen KPÖ an. Unter ihnen auch Karl Lotter, der dann aktiv im spanischen Bürgerkrieg gegen das faschistische Francoheer kämpfte, von Frankreich (Vichy- Regime) an Nazi Deutschland ausgeliefert und danach im KZ Mauthausen bis zum Kriegsende festgehalten wurde.

"Schutzhaftbefehl"

Dieser Schutzhaftbefehl besiegelte das Schicksal Franz Rieglers. Außer einen Gassennamen erinnert sich das offizielle Mürzzuschlag nicht an die Widerstandskämpfer und Opfer des Faschismus.
Personen mit erzfaschistischer Vergangenheit wurden indessen zu gefeierten Ehrenbürgern. Ihnen wurden Denkmäler gesetzt, Plätze und Straßen nach ihnen benannt.

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30. April 2015