Kleine Zeitung vom 06.12.2006

Unappetitliches Nachspiel

Nach dem Mürzzuschlager Perchtenlauf vergangenen Freitag war der Stadtplatz am nächsten Tag noch verschmutzt, was Anrainer ärgerte.

Wilfried Ledolter von der Bürgerinitiative „Wienerstraße als Fuzo“ ist Anrainer des Stadtplatzes, und er äußerte seinen Unmut in einem Leserbrief: „Besucher des Mürzzuschlager Bauernmarktes fanden Samstag Früh einen nicht aufgeräumten, mit Müll übersäten Stadtplatz vor. Zwischen nicht weggeräumten, mobilen WC-Boxen, Glassplittern, zerbrochenen Flaschen, Gläsern, Papier und anderen Abfällen mussten die Besucher ihre Einkäufe tätigen.“

Auch Josef Hirsch, Nachbar von Ledolter – und als Kopf einer Bürgerinitiative für die Wohnstraße und damit gegen die Fuzo mit diesem nicht immer einer Ansicht – teilt diese Meinung und beschwerte sich ebenfalls: „Die Leute vom Bauernmarkt mussten erst Dinge auf die Seite räumen, um genug Platz zu haben.“ So seien die WC-Boxen der Veranstaltung erst am Montag Abend weggebracht worden. Aber auch Passanten äußerten ihren Unmut.

Bei Peter Drexler, dem Mürzzuschlager Stadtbaudirektor, lief das Telefon am Samstag in der Früh heiß: „Ich habe dann vom Bauhof einen Putztrupp zusammengesucht.“ Wobei Drexler auch meinte, so könne sich das im nächsten Jahr „nicht mehr abspielen“. In der Nacht noch seien die Hütten der Gemeinde vom Platz weggeräumt worden. WC-Boxen und Müllkübel seien aber Sache des Veranstalters gewesen, so sei es vereinbart gewesen.

Kaputter Reifen

Tatsache ist: Die Kehrmaschine, die in der Nacht den Platz kehren sollte, hatte einen „Patschen“. „Meine Leute haben deshalb händisch gereinigt, dadurch sind natürlich andere Sachen hinten geblieben, wie etwa das Wegräumen von Tischen“, sagt der Obmann des Veranstalters „Ganzstoa Teuf’ln“, Gunter Aumann.

Für den defekten Reifen der Kehrmaschine dürften herumliegende Glasscherben Auslöser gewesen sein. Nur: Glasflaschen dürfen bei Veranstaltungen nicht ausgegeben werden, sagt Drexler, Aumann verteidigt sich: „Es wurde nur in Pappbechern ausgeschenkt.“ Daher könnten die Glasflaschen nur von woanders stammen. Aumann spricht auch von Kommunikationsproblemen zwischen Stadtmarketing und seinem Verein, auch was die Aufteilung der Reinigung des Platzes betrifft. Auf alle Fälle werde es eine Nachbesprechung zur Veranstaltung geben, erklärt er.

8. April 2012