Kleine Zeitung vom 08.07.2001

"Wintersportmuseum neu" ist beschlossene Sache

Hier ist der Kleinen Zeitung ein kleiner Fehler passiert: KPÖ Gemeinderat Franz Rosenblattl stimmte der Neuerrichtung des Wintersportsmuseum zu. Die Bedenken und kritischen Bemerkungen sind allerdings im gegenständlichen Artikel auf den Punkt gebracht.

Im Mürzzuschlager Gemeinderat wurde das Projekt beschlossen - gegen die Stimme des KPÖ-Mandatars und trotz Kritik der Freiheitlichen.

VON MICHAELA AUER

Das neue Wintersportmuseum und das Projekt „Rathauspassage", ein Einkaufszentrum inklusive Wohnungen mitten im Stadtzentrum, sind beschlossene Sache. Rund 21 Millionen Schilling wird die erste Ausbaustufe des neuen Museums kosten. Damit wird eine Ausstellungsfläche von 650 Quadratmetern völlig fertiggestellt und eine zweite Ebene für das Museum ausbaufähig errichtet. Finanziert wird das Ganze über Leasing, Partner ist die Immorent, eine Immobilienfirma und Tochter der Steiermärkischen Bank.

Zeit & Mut. Ab 2003 schlägt sich die Finanzierung mit einer monatlichen Rate von 158.000 Schilling im Budget zu Buche - weswegen von KPÖ-Gemeinderat Franz Rosenblattl auch die Frage kam: „Warum finanzieren wir das nicht mit einem Kredit?" Damit würde die Gemeinde budgetär ins Schleudern kommen, entgegnete Bürgermeister Walter Kranner. Rosenblattl stimmte schließlich gegen den Vorschlag: „Die Sache ist nicht ausgegoren. Wir brauchen mehr Zeit." Konter des Bürgermeisters: „Hin und wieder muss man als Politiker auch mutig sein." Die FPÖ stimmte dafür, von ihr kam aber doch ein Wink mit dem Zaunpfahl. „Wenn wir jetzt das Wintersportmuseum bauen wollen, dann sollten wir auch etwas für den Wintersport tun", spielte Gemeinderat Wolfgang Doppelreiter auf die von der FP geforderte Sanierung der Mürzzuschlager Sprungschanze an.

Beim Beschluss zur Auflage des Bebauungsplanes für die „Rathauspassage", wollte Erwin Holzer von den Grünen nicht mit. Der Stein des Anstoßes: Im Vertragswerk für das Projekt findet sich ein Paragraph, in dem festgeschrieben ist, dass die Gemeinde die Errichter der Rathauspassage davon entbindet, Parkplätze auf eigenem Grund oder im unmittelbaren Umfeld zu errichten (im Normalfall muss der Errichter einer derartigen Liegenschaft auch für entsprechende Parkplätze sorgen). Das deshalb, weil der Errichter der Rathauspassage - die oben erwähnte Immorent - über keinen Quadratmeter eigenen Grund in diesem Bereich verfügt und auch im Umfeld keine Parkplätze möglich sind.

„Hofer-Parkplatz". Holzer befürchtet daher, dass der Hammerpark dann „auf ewig" bleibt, was er jetzt ist: ein Autoabstellplatz. „Da geht es dann zu wie auf einem Hofer-Parkplatz", kritisierte Holzer. Den Grünen ist das ein Dorn im Auge, sie haben auch schon ein Konzept für einen mehrfach nutzbaren Hammerpark erstellen lassen - ohne Autos. SPÖ-Gemeinderat Karl Rudischer, zugleich planender Architekt der Rathauspassage, sieht das anders. Davon stünde nichts im Vertrag. Und: „Der Hammerpark muss multifunktional nutzbar gemacht werden."

8. April 2012