Kleine Zeitung vom 11.Juni 2010

Wienerstraße wird ein wenig nobler

Wienerstraße wird ein wenig nobler

Die Wiener Straße in Mürzzuschlag ist ein zentraler Straßenzug im Herzen der Stadt. Jetzt wird sie erneuert: Steinbelag statt Asphalt und moderne Beleuchtung sollen das Feeling aufwerten.

So soll die
Wiener Straße aussehen, wenn sie fertig ist - allerdings erst im Jahr
2012

Foto © PrivatSo soll die Wiener Straße aussehen, wenn sie fertig ist - allerdings erst im Jahr 2012

Die Mürzzuschlager Wiener Straße, einst Durchzugsstraße, dann Fußgängerzone und heute Wohnstraße mit bescheidenem Durchzugsverkehr, ist immer wieder Thema heftiger Diskussionen. Baulich ist dort aber seit 20 Jahren nichts passiert. Das zeigt sich auch an ihrem Erscheinungsbild. Es wirkt an vielen Stellen etwas desolat, und auch das biedere Design ist nicht unbedingt so beschaffen, dass es Besucher anzieht.

Deshalb soll die Wiener Straße zur Gänze erneuert werden. Vom Schuhhaus Sommer bis Höhe Hartlauer wird dieser innerstädtische Bereich neu gestaltet. 6500 Quadratmeter umfasst diese Fläche, 5600 Quadratmeter werden mit Steinplatten ausgelegt, der Rest wird asphaltiert. Bäume, Bänke, Leitungen und alles, was den Platz ausmacht, wird ebenfalls erneuert.

Drei Jahre Bauzeit

Das Konzept liegt schon seit längerer Zeit vor, den Auftrag bekommt die Bietergemeinschaft Teerag-Asdag-Granit mit 1,13 Millionen Euro. Kürzlich wurde im Gemeinderat über die Umsetzung abgestimmt, die drei Jahre dauern soll. Bürgermeister Karl Rudischer erläuterte nochmals in groben Zügen das Projekt und betonte, dass es auch darum gehe, Mürzzuschlag ein unverwechselbares Ambiente zu verleihen.

Laut Rudischer will man die Arbeiten in kurzen, aber sehr intensiven Bauphasen abwickeln. Los geht's kurz nach Ferienbeginn mit dem abgesenkten Teil der Wienerstraße. In wenigen Wochen soll alles über die Bühne gehen, damit die dortigen Geschäfte nicht allzu starke Umsatzeinbrüche erleiden.

Es gab auch Kritik am Plan für die Wiener Straße. Grün-Gemeinderat Richard Thonhauser kritisierte die mangelnde Bürgerbeteiligung: "Warum hat man die Bevölkerung nicht stärker eingebunden? Schließlich soll sich doch die gesamte Bevölkerung dort wohlfühlen." Und Pro-MZ-Gemeinderat Franz Rosenblattl erinnerte daran, dass es desolate Gemeindewohnungen gebe. Man solle doch mit dem Geld lieber diese Wohnungen sanieren.

Bürgermeister Rudischer meinte dazu, dass man nicht Wohnungen gegen öffentliche Plätze aufrechnen könne. Und die Bevölkerung habe genügend Möglichkeiten gehabt, die Gestaltung zu beurteilen. Die Reaktionen seien durchwegs positiv.

Neues Feuerwehrauto

Freuen darf sich die Freiwillige Feuerwehr Mürzzuschlag. Sie bekommt nach gut 25 Jahren ein neues schweres Einsatzfahrzeug, das inklusive Kranaufbau 645.000 Euro kostet. Nach Abzug der Förderungen verbleiben der Gemeinde immerhin noch Kosten von 245.000 Euro.

Dass der Mürztal-Radweg wie geplant durch die Mürzzuschlager Au verläuft, wird allseits für gut befunden. Allerdings sind noch einige Details abzusprechen. Der Gemeinderat ermächtigt den Stadtrat, die Sache in die Hand zu nehmen.

12. Juni 2010