Kleine Zeitung vom 1.7.2009

Die Mürzzuschlager Opposition wünscht sich ein neues Stadtmarketing. Die neue "Mürzzuschlag-Agentur" entspricht nicht diesem Wunsch.

Die gesamte Opposition stimmte kürzlich im Mürzer Gemeinderat gegen die Satzungen der neuen Mürzzuschlag-Agentur, die seit Mittwoch Marketing und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt als gemeindeeigener Betrieb inne hat. Geschäftsführerin ist die ehemalige Citymanagerin Brigitte Maier.

Kritik. "Sonst noch gute Wünsche?", ätzte Bürgermeister Karl Rudischer angesichts dieses Stimmverhaltens. Die ÖVP konnte sich nicht mit den zusätzlichen Ausgaben für die Agentur anfreunden - es wurden unter anderem neue Mitarbeiter in den Gemeindedienst übernommen. Arnd Meißl von der FPÖ schloss sich an. Der Bürgermeister entgegnete, die Mitarbeiter hätte man ohnehin gebraucht.

Neugründung. Die ÖVP hätte diese Neugründung auch gern auf bessere Zeiten verschoben. Der freie Gemeinderat Wilfried Ledolter wiederum sah zu viele Floskeln und Widersprüche in den Arbeitsvorgaben für die Agentur. Für Franz Rosenblattl (Liste pro MZ) wurde in dieser Neugründung nur das Stadtmarketing vergesellschaftet, mehr aber nicht geändert. Kritisiert wurde auch, dass die handelnden Personen die selben wie bisher seien - etwa der Obmann des Vereins Stadtmarketing Ronald Fuchs: "Was soll sich da ändern?"

Schlagkräftigkeit. Sinn und Zweck sei aber ohnehin nicht gewesen, den Verein Stadtmarketing aufzulösen, hielt Rudischer dagegen, "sondern das, was vorhanden ist, schlagkräftiger einzusetzen". Das geschehe in der Agentur.

Kosten gleichgeblieben. Die Agentur wird für das Stadtmarketing, die Gemeinde und die Museen Marketingaufgaben wahrnehmen. Geld, das früher ins Stadtmarketing floss, so erklärte Rudischer, fließe jetzt in die Agentur. Man gebe für diese Agentur heuer nicht mehr aus, als man auch früher schon ausgegeben hatte - im Stadtmarketing und in anderen Bereichen, etwa bei den Museen. Außerdem sei alles transparenter, denn der Eigenbetrieb unterliege dem Prüfungsausschuss des Gemeinderates.
MICHAELA AUER

8. Juli 2009