Kleine Zeitung vom 18. März 2015 (Kindberg)

Opposition will die „Absolute“ der SPÖ brechen

Kindberg, Allerheiligen und Mürzhofen hatten bislang immer rote Mehrheiten. ÖVP, FPÖ und KPÖ wollen die „Fusionsabsolute“ verhindern.

ULF TOMASCHEK

Rein rechnerisch sollte die Gemeinderatswahl für die neue „Großstadt“ Kindberg die berühmte „g’mahte Wies’n“ für die SPÖ werden. Waren doch Kindberg, Allerheiligen und Mürzhofen bislang mit satten roten Mehrheiten von knapp 58 bis mehr als 65 Prozent ausgestattet. Aber von Rechenspielen allein hält SPÖ-Spitzenkandidat Christian Sander wenig, wenngleich er sagt: „Die absolute Mehrheit ist unser Ziel, ich glaube auch, dass sie möglich ist.“

Sander setzt dabei vor allem auf die vielen Gespräche in den drei Gemeinden schon vor der Fusion: „Wir haben uns mit allen Gemeinderäten aller Fraktionen der drei Gemeinden zusammengesetzt und haben dabei ruhige, ehrliche Arbeit geleistet“, ist Sander überzeugt.

Als wichtigste Aufgaben der nächsten Zeit nennt er den Wohnbau. Dabei setzt er auf den Umbau des ehemaligen Bezirkspflegeheims und des Schwesternhauses des Landespflegeheims zu Wohnungen. Der Citybus soll an die mögliche künftige S-Bahn-Anbindung angepasst werden. Und mit der Asfinag hat es schon Vorgespräche bezüglich einer Änderung der Ostabfahrt von der S 6 gegeben – um die dortige Siedlung zu entlasten.

Die absolute Mehrheit der SPÖ zu brechen ist das vorrangige Ziel der drei anderen wahlwerbenden Listen. ÖVP-Spitzenkandidat Peter Sattler will darüber hinaus „das eine oder andere Mandat“ dazubekommen. Seine Themen sind die Stärkung der Wirtschaft, des ländlichen Raums und der Familien. „All das soll helfen, die Abwanderung hintanzuhalten.“ Wichtig ist ihm auch die „Gleichberechtigung der Fusionsgemeinden Allerheiligen und Mürzhofen“, die Kindberger Politiker dürfen nicht auf die dortige Bevölkerung vergessen.

„Die rote Mehrheit brechen“ will auch Eva Hechtner. Die Spitzenkandidatin der Freiheitlichen will ein Ende der „Freunderlwirtschaft“ in der Gemeinde, eine Belebung der Ortskerne in der fusionierten Gemeinde und eine gerechtere Wohnungsvergabe. Darüber hinaus misstraut Hechtner den Versprechungen der Landes- und Bundespolitik hinsichtlich der Asylwerberheime: „Wir müssen aufpassen, dass aus den ehemaligen Pflegeheimen keine Asylantenunterkünfte werden.“

Das „Ortskaisertum“ – nicht nur in Kindberg – ist KPÖ-Kandidat Gernot Omerovic ein Dorn im Auge. Dazu kommen die klassischen KPÖ-Themen billigeres Wohnen und mögliche Gebührenerhöhungen durch die Fusion. Apropos Fusion: Omerovic hätte gerne auch die Stanz mit im Kindberger Boot gesehen.

18. März 2015