Kleine Zeitung vom 27. November 2012

"Wir sind eine Alternative"

"Wir sind eine Alternative"

Die wenigen KPÖ-Gemeinderäte der Region sehen im Grazer Wahlergebnis eine Motivation und einen Auftrag für das Wahljahr 2015.

Vier Gemeinderäte stellt die KPÖ in den Bezirken Bruck und Mürzzuschlag. Mit Franz Rosenblattl und Franz Eisinger stellen die Kommunisten in der Stadt Mürzzuschlag davon die Hälfte. Für Listenführer Rosenblattl ist der KPÖ-Erfolg in Graz leicht erklärbar: "Es gelingt Elke Kahr wie zuvor schon Ernest Kaltenegger, den Menschen eine Alternative zu bieten. Das ganze Team macht Politik für die kleinen Leute, die auch glaubwürdig ist, etwa durch finanziellen Verzicht."

So sieht das auch Clemens Perteneder, KPÖ-Gemeinderat in Kapfenberg: "Man macht keine falschen Versprechungen und kümmert sich um die Sorgen und Nöte der Menschen. Die KP hat in Graz vielen Menschen geholfen, das wurde bei der Wahl auch honoriert." Auch der Brucker KP-Gemeinderat Jürgen Klösch sieht die Nähe zu den Bürgern als Hauptursache für das gute Abschneiden der KPÖ in Graz. Klösch betont, dass zwar die Grazer KP gewissermaßen der Leuchtturm ist, dass aber auch anderswo gut gearbeitet wird: "Die KPÖ hat bei der Gemeinderatswahl 2010 ihre Mandatszahl in der Steiermark verdoppelt, das sagt doch auch etwas aus."

Marx & Engels

Und welche Rolle spielte die kommunistische Ideologie beim Grazer Wahlerfolg? "Damit haben die Leute oft ihre Probleme", räumt Klösch ein und spricht dabei wohl für alle. Aber sowohl Perteneder als auch Rosenblattl betonen, dass bei den Menschen viel Frust und Verärgerung über die Auswüchse des Neoliberalismus herrschen. Wenn die Interessen von Banken und Großkapital alles zählen und die Sorgen der kleinen Leute nichts, wählt man eben jene, die die Interessen dieser kleinen Leute glaubhaft vertreten, so die KP-Vertreter.

Dabei wird das "System Graz" längst steiermarkweit praktiziert, wie Perteneder betont: "Ich habe 2005 in Kapfenberg einen Wohnungs- und Sozialsprechtag eingeführt, und der Andrang ist enorm. Das hat dazu beigetragen, dass ich 2010 in den Gemeinderat kam und das zweite Mandat nur knapp verfehlt habe." Auch Rosenblattl ist in diesem Bereich tätig und punktet damit seit vielen Jahren. Es müssen aber nicht immer Wohnungen sein, es geht ganz allgemein um eines, wie Klösch es ausdrückt: "Wir vergessen auf die Menschen nicht."

FRANZ POTOTSCHNIG

26. November 2012