Kleine Zeitung vom 30. Juni 2012

Ganz will nicht Mürzzuschlag werden

 

Die Verhandlungen zur Gemeindereform waren auch im Mürzzuschlager Gemeinderat Thema. Ganz beharrt auf seiner Eigenständigkeit.

 

 

MICHAELA AUER

Ganz hätte „Veränderungsbedarf“, so sei es seitens des Landes formuliert worden, was eine mögliche Fusion mit Mürzzuschlag betrifft, meinte Bürgermeister Karl Rudischer bei seinem Bericht über die Gespräche mit Vertretern des Landes zur Gemeindereform. „Als große Gemeinde hätten wir beim Flächenmanagement mehr Möglichkeiten“, sah Bürgermeister Karl Rudischer einen Vorteil.

Ganz befürchtet jedoch zu wenig Vertretung seiner Interessen bei einer gemeinsamen Verwaltung und glaubt auch nicht, dass Konzepte etwas helfen oder ein Ortsvorsteher. Vom Land sei, so Rudischer, die Antwort gekommen, „man sehe dann Handlungsbedarf seitens des Landes“ für die Gemeinde Ganz.

Gemeinderat Manfred Rinnhofer (ÖVP) meinte dazu: „Ich sehe nicht, dass wir keine Nachteile haben, das Wegenetz wird zum Beispiel größer.“ Die Bürger von Ganz müssten für ihre Wege selber aufkommen, und der Rest Mürzzuschlags nicht?, gab Rinnhofer noch zu bedenken. Und was das Flächenmanagement betrifft, das Rudischer angesprochen hatte, meinte er: „Wenn Mürzzuschlag einen Grund haben will, kann es ihn auch so kriegen.“ Die Stadt wachse ohnehin nicht, und Ganz auch nicht. Rudischer konterte, er verstehe nicht, wieso es eine Wegegenossenschaft nicht geben sollte, auch wenn beide Gemeinden zu einer werden. Und niemand würde etwa den Ganzern eine Schneeräumung verweigern. Aber man würde statt zwei Bürgermeistern nur mehr einen brauchen und auch weniger Gemeinderäte. Franz Rosenblattl (Liste Pro MZ) meinte, Mürzzuschlag brauche Ganz nicht. „Die Gemeinde kostet uns mehr, als sie uns bringt.“ Aber man müsse endlich für Kostenwahrheit sorgen. Und: wäre Ganz eine SPÖ-Gemeinde, sähe das alles anders aus. „Ist ja klar, dass die blockieren.“ Arnd Meißl (FPÖ) zeigte sich skeptisch ob der Fusionen, denn „glauben kann man viel, aber wir wissen nicht, was es bringt“.

31. Juli 2012