Kleine Zeitung vom 3.Oktober 2009

Kein Anreiz, das Parkhaus zu benutzen

"Kein Anreiz, das Parkhaus zu benützen"

Der Mürzzuschlager Gemeinderat senkt die Parkgebühren - und es gelten nun gleiche Tarife im Parkhaus und in den Kurzparkzonen.

Mit 1. November werden in Mürzzuschlag einheitliche Parkgebühren verlangt: Statt einem Euro pro Stunde zahlt man künftig 60 Cent, also 30 Cent pro angefangener halber Stunde. Die maximale Parkdauer beträgt im Parkhaus und in den Zonen zwei Stunden, und die Gebühr gilt montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr, samstags von 8 bis 12 Uhr.

Die einheitliche Regelung beseitigt den Gebühren-Wirrwarr und soll den Autofahrern entgegen kommen. Im Gemeinderat gab es jedoch viel Kritik daran, allerdings aus unterschiedlichsten Gründen. FPÖ, Grüne und "Pro MZ" vermissen einen Anreiz für Autofahrer, das Parkhaus zu benützen. Arnd Meißl (FPÖ) hatte im März einen Antrag auf Senkung der Parkgebühren eingebracht und zeigte sich "froh, dass mein Antrag eine Reaktion ausgelöst hat". Jedoch wünscht er sich eine Gratisstunde im Parkhaus, "oder wenigstens eine halbe", meinte er.

Erwin Holzer von den Grünen kann mit der Nivellierung der Gebühren nach unten nichts anfangen. "Im Kindergarten sagen wir den Kindern, sie sollen zu Fuß kommen, und wenn sie erwachsen sind, bieten wir ihnen Gratis-Parkplätze mitten in der Stadt", kritisierte er. Es fahre keiner anderswo einkaufen, nur weil das Parken um ein paar Cent billiger sei - bei den Spritpreisen würden die Leute sehr wohl überlegen, ob sich das auszahle.

Dem widersprach Meißl. "Wenn jemand schon im Auto sitzt, der fährt auch 15 Minuten länger woanders hin." Solange es Mängel beim öffentlichen Verkehr gibt - etwa das Fehlen von Citybus-Linien -, werden die Menschen mit dem Auto unterweg sein. Für Franz Rosenblattl (Pro MZ) ist klar: "Wir wollen, dass das Parkhaus gefördert wird, nur eine Anpassung an draußen ist uns zu wenig."

Übrigens verliert die Gemeinde dadurch allein heuer 5000 Euro an Einnahmen, im nächsten Jahr werden es 30.000 Euro sein.
MICHAELA AUER

5. Oktober 2009