Obersteirische Rundschau vom 22. April 2015

In den meisten Gemeinden sind die Verhandlungen durch

Obersteiermark. In jenen Gemeinden, in denen die Wahl keine absoluten Mehrheiten brachte, sind die politischen Partnerschaften für die kommenden fünf Jahre großteils besiegelt. In zwölf Gemeinden der Region war das jeweilige Ergebnis der Gemeinderatswahl keine „g‘mahte Wiesn“ – das heißt, es gibt keine absoluten Mehrheiten in den Gemeinderäten.

In den meisten Orten sind die Partnerschaften, die deshalb eingegangen werden müssen, mittlerweile ausgeschnapst. Die wahrscheinlich größte Überraschung hat sich dabei in Frohnleiten ergeben (siehe unten). Aber auch in Stanz wird die bei der Wahl zweitstärkste Fraktion für die volle nächste Periode den Bürgermeister stellen: Fritz Pichler von der Bürgerliste „Für eine Frohnleiten steht vor historischem Wechsel Frohnleiten. Nach fast 70 Jahren in roter Hand übernimmt nun die ÖVP in Frohnleiten das Bürgermeisteramt. Nach dem überraschend starken Zugewinn bei der Gemeinderatswahl schnappt sich die ÖVP von Platz zwei aus den Frohnleitener Bürgermeistersessel. Rot und Schwarz einigten sich auf den erst 26-jährigen Johannes Wagner, den neuen Shooting-Star der ÖVP, als neuen Stadtchef. Nicht als Teilzeitlösung, sondern für die volle Periode von fünf Jahren. SP-Vorgänger Heinz Jörg Kurasch will sich aus der Politik verabschieden. In der kostituierenden Sitzung am 29. April soll die Einigung endgültig fixiert werden. Die SPÖ hatte in Frohnleiten seit 1946 als Mehrheitspartei, jahrelang sogar mit einer Zweidrittelmehrheit, den Bürgermeister gestellt. Mit Kurasch, der erst im Vorjahr ins Amt gekommen war, hoffte man nach drei Kurzzeit-Bürgermeistern wieder auf eine dauerhafte Lösung. Doch bei der Gemeinderatswahl im März fiel die SPÖ von 14 auf zehn Mandate zurück, die ÖVP mit ihrem jungen Spitzenkandidaten Johannes Wagner rückte mit neun Sitzen (bisher sechs) bis auf ein Mandat heran. Statt einer Koalition mit der ListeWIR, die mit fünf Mandaten ebenfalls einen Vorstandssitz errungen hat, machte Kurasch allerdings den Weg für einen gemeinsamen Neustart der beiden Großparteien frei. Nach dem Ausscheiden des bisherigen Stadtparteivorsitzenden Wolfgang Erlitz, der ebenfalls den Hut nahm, soll nun Jürgen Jaritz in der Funktion des ersten Vizebürgermeisters neuer Spitzenmann der SPÖ in Frohn- leiten werden. F. Köhldorfer Heinz Jörg Kurasch (li.) mit seinem designierten Nachfolger Johannes Wagner. Foto: Köhldorfer Langenwang fordert eine Prüfung im SHV Bezirk Bruck-Mürzzuschlag. Der Langenwanger Gemeinderat hat einstimmig einen von der FPÖ eingebrachten Dringlichkeitsantrag angenommen, in dem eine genaue Prüfung der Finanzen des bezirksweiten Sozialhilfeverbandes für das Jahr 2014 gefordert wird. Kostensteigerungen im Nachtragsvoranschlag schlagen allein für Langenwang mit rund 150.000 Euro zu Buche. Im Hintergrund steht die an die Staatsanwaltschaft gemeldete und vom „Causa Straßenbau“ in Verbindung mit dem ehemaligen Verbandsobmann gerhard Weber. Kurz vor der Gemeindefusion mit Bruck hatte Weber noch als Bürgermeister von Oberaich einen fragwürdigen Auftrag abgezeichnet, für den kein Gemeinderatsbeschluss vorlag (wir berichteten). In einer Stellungnahme hatte Weber seine Handlung pauschal mit „Überforderung“ begründet. Deshalb werden die Langenwanger Vertreter in der Verbandsversammlung fordern, auch die SHV-Finanzen nochmals aufzurollen. In den meisten Gemeinden sind die Verhandlungen durch Jochen Jance, St. Barbara. KD Fritz Pichler, Stanz. KK Fotos: www.teresa-rothwangl.com Alexander Lehofer, Breitenau. Peter Tautscher, Neuberg. lebenswerte Stanz“ erhält die Unterstützung der ÖVP. Auf eine Teilzeitlösung haben sich hingegen die ÖVP und die FPÖ in Breitenau geeinigt. Alexander Lehofer (VP) wird bis Mitte 2018 Bürgermeister sein, dann übernimmt die FPÖ, voraussichtlich mit Willibald Ebner. Über die volle Periode wird Peter Tautscher von der ÖVP Bürgermeister in Neuberg. Die FPÖ ist als Partner an Bord, ihr Spitzenkandidat Hannes Amesbauer wird bei der konstituierenden Sitzung um 29. April als Vizebürgermeister nominiert. In Pernegg gibt es wie erwartet eine Zusammenarbeit der Volkspartei und der „Alternativen Liste Pernegg“ mit Eva Schmidinger als Bürgermeisterin. In St. Barbara haben SPÖ und ÖVP nach intensiven Verhandlungen zu einem Übereinkommen gefunden, das Bürgermeisteramt geht an Jochen Jance von der SPÖ. Und auch in Turnau übernimmt ein junger Roter das Ruder: Stefan Hofer (SPÖ) und Rudolf Smolej (FPÖ) haben am Montag ihre entsprechende Einigung präsentiert. In Bruck an der Mur wird Hans Straßegger von der SPÖ der alte und neue Bürgermeister sein. Eine kurzfristig angedachte Dreier-Koalition gegen die SPÖ wird es definitiv nicht geben. Auch in Mürzzuschlag ist diese Variante vom Tisch, Karl Rudischer von der SPÖ hat die Unterstützung der KPÖ bei der Bürgermeisterwahl, im Gegenzug wird ein Wohnungsressort geschaffen. Eine fixe Koalition ist das allerdings nicht, es wird in Mürz das freie Spiel der Kräfte gelten. Keine spruchreifen Vereinbarungen gab es bei Redaktionsschluss in Kalwang, und in St. Lorenzen im Mürztal

26. April 2015