Kleine Zeitung vom 25.März 2025
In Mürz fiel die Absolute
FPÖ als einziger Gewinner
In Mürzzuschlag fiel die SPÖ-Absolute
In Mürzzuschlag büßten alle Parteien außer FPÖ Stimmen ein, SPÖ verlor Absolute.
Knapp, aber doch: Wie in der Bezirkshauptstadt Bruck musste die SPÖ bei der Gemeinderatswahl auch in Mürzzuschlag ihre absolute Mehrheit einbüßen und landete mit einem leichten Minus auf 44,6 Prozent (-1,8 Prozentpunkte). Trotz dieses Verlusts kann Bürgermeister Karl Rudischer mit dem Ergebnis aber grundsätzlich gut leben: „Wir hätten uns natürlich gefreut, wenn wir die Absolute gehalten hätten, aber ich nehme das so zur Kenntnis. Wir haben weiterhin die erste Position inne.“
Diese hält man vor der FPÖ, die unter Arnd Meißl als einzige Partei Stimmen, Prozente und Mandate dazugewinnen konnte. Hinter den Freiheitlichen (27,2 Prozent) landen KPÖ (12,6), ÖVP (10,7) und die Grünen (4,7). Die Koalitionsbildung sei bei Gemeinden mit Mürzzuschlags Größe eher schwierig, meint Rudischer, man werde sich daher in Zukunft „noch mehr abstimmen“. Bisher sei das immer gut gelungen, weshalb der Ortschef positiv in die Zukunft blickt: „Es zahlt sich sicher aus, dass wir zu allen ein gutes Verhältnis haben.“
Vor dem Gewinn der absoluten Mehrheit arbeitete die SPÖ zuletzt bis 2020 mit der KPÖ zusammen. Diese stünde laut Spitzenkandidat Franz Rosenblattl erneut für eine solche zur Verfügung. „Mit dem Beibehalt von drei Mandaten haben wir unser Minimalziel und mit dem Brechen der absoluten Mehrheit auch das zweite Ziel erreicht“, erklärt er.
Für die Beschaffung von Mehrheiten stünden auch die Grünen zur Verfügung, deren Spitzenkandidatin Ilse Schmalix zeigt sich glücklich, dass man das bestehende Mandat halten konnte.
Für den mutmaßlichen Wahlsieger Arnd Meißl (FPÖ) ist der „große Erfolg“ das Resultat langjähriger Arbeit. Nachdem man bei der letzten Gemeinderatswahl auf 18,4 Prozent abrutschte, befindet man sich beinahe wieder auf dem Stand von 2015, als die FPÖ 30,5 Prozent erreichte. Dennoch ist die Stimmung nicht nur rosig: „Es wäre gut gewesen, wenn auch die anderen dazugewonnen hätten und dadurch die SPÖ-Mehrheit noch mehr geschrumpft wäre.“
Enttäuscht zeigt sich ÖVP-Chef Alfred Lukas: „Unser Ziel war, drei Mandate zu erreichen und vor der KPÖ zu bleiben.“ Mit Platz vier und zwei Mandaten hat man dieses verfehlt. Er geht davon aus, dass es zu einer „dunkelroten“ Koalition kommen werde. Moritz Prettenhofer
Veröffentlicht: 29. November 2025